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Gordon Setter sind in den meisten Fällen Hunde, die als eher einfach auszubilden und zu erziehen gelten. Dabei sollte Sie jedoch einige Punkte beachten, die sowohl für die Ausbildung als Jagdhund, wie auch für die Ausbildung als Begleit- und Familienhund gelten:
Gordon Setter sind „Spätentwickler“, d.h. wenn andere Hunderassen mit 15-18 Monaten, z.B. die Deutschen Vorstehhunde, körperlich und geistig schon voll ausgereift sind, stehen die Setter noch in der Entwicklung. Dieses macht sich in manchen Kleinigkeiten bemerkbar, z.B. sehr verspielten Phasen, zwischenzeitlichen Konzentrationsproblemen oder auch mal einer längeren Lernphase bei Gehorsamsübungen wie Ablegen und Bleib oder dem Down. Trotzdem sollten Sie so früh wie möglich mit der Erziehung beginnen. Ein Beispiel: Vanda zeigte sich mit 22 Monaten auf der HZP teilweise unkonzentriert, sie arbeitete zwar mit Begeisterung für mich, schoss aber in ihrer Arbeitsfreude auch einmal über das Ziel hinaus. Keine 12 Monate später absolvierte sie mit Bravur die VGP mit 331 Punkten im 1. Preis und zeigte (trotz beginnender Hitze) zwei Tage lang absolute Konzentration. Das Arbeiten mit Leckerchen ist beim Setter in vielen Fällen schwer – Draußen gibt es so viel Interessantes zu entdecken und die meisten Setter sind nicht gerade verfressen. In den meisten Fällen ist die Erziehung über viel Lob und Streicheleinheiten am einfachsten – für einen gut sozialisierten Setter sind Menschen einfach das Größte. Ein Beispiel: Bei der Einarbeitung auf Schweiß wurde mir empfohlen, dem Hund am Ende der Schweißfährte Futter hinzulegen. Da ich meine beiden wählerischen Kumpel Vanda und Hagen sehr gut kenne, erstand ich zwei Geflügelfleischwürste. Hagen freute sich am Ende der Wundfährte sehr – über mein Lob. Die Fleischwurst apportierte er sauber und trug sie zur allgemeinen Belustigung mir zu. Erst als ich ihm unter viel Lob die Fleischwurst in Happen brach und ihn aus der Hand fütterte, fraß er sie freudig. Gordon Setter verfügen über einen außerordentlichen Charme – lassen Sie sich bei aller Liebe zu dem Hund nicht von diesem einwickeln. Konsequenz ist auch bei der Erziehung eines Setters das Zauberwort – gerade in der Anfangsphase, in der es um das Erlernen von Grundregeln geht, wirft einen ein „ist doch mal nicht so schlimm, machen wir mal eine Ausnahme“ wieder zurück. Setter können über eine freundliche Sturheit verfügen, die Nerven kosten kann, wenn man zu häufig Ausnahmen macht. Sie sind intelligente Hunde, die schnell aus jeder Ausnahme eine Regel zu machen wissen. Jeder Setter kann es mit Konsequenz lernen, nicht auf dem Sofa zu liegen oder im Bett zu schlafen (obwohl es ausgesprochen gemütlich ist, mit seinem Hund auf der Coach zu liegen und ein gutes Buch zu lesen), wenn Sie dieses definitiv nicht wollen, machen Sie bei ihrem Welpen keine Ausnahme, nur weil er so süß und klein ist – es wird für ihn viel schlimmer und schwerer sein, das plötzliche Verbot zu begreifen, als es von klein auf nicht anders zu kennen.
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Besonderes zur jagdlichen Ausbildung:
In vielen Fällen schließt man sich zur Ausbildung für den Jagdgebrauch einem Hundeführerlehrgang an. Lassen Sei sich nicht von dummen Sprüchen verunsichern, ich habe von „Exoten“ über „Weicheier“ schon alles gehört – ohne dass die Herren oder Damen die Hunde einmal haben arbeiten sehen.
Vanda und Hagen sind absolut brauchbare, im Jagdeinsatz erprobte Hunde – trotzdem bringen beide bis heute die angebleite Ente lebend. Auch Hagen, der in seinem jungen Setterleben schon drei Mal ein verletztes bzw. runtergekommenes Reh runtergezogen hat, bringt das Schleppwild oder das beschossene Wild mit einem vorsichtigen Griff, der aber fest genug ist, das noch lebendes Wild nicht entkommen kann.
Vanda und Hagen sind in der Jagdpraxis deutlich resoluter und souveräner geworden, haben auch die erwünschte Härte gegenüber Raubwild und Raubzeug erlangt.
Ein sauber im Apport durchgearbeiteter Gordon ist ein wunderbarer und unermüdlicher Verlorensucher und –bringer. Auch wenn er vielleicht den ersten Fuchs nicht auf Anhieb gepackt und gebeutelt hat.
Ein kleines Beispiel: Unser erster Fuchs. Ich war mit Vanda und Hagen beim Hundeführerlehrgang zur Vorbereitung der VGP. Heute sollte es das erste Mal zum Fuchsapport gehen… Der Ausbildungsleiter hatte einen etwas unappetitlich aussehenden, recht intensiv riechenden 5 kg Rotrock mitgebracht. Vanda nahm den Fuchs auf Anhieb – an einem Reißzahn. Lautes Gelächter und Gejohle von zwei Herren mit prächtigen Drahthaar-Rüden, die beide den Fuchs bei dem ersten Kontakt direkt gebeutelt hatten. Hagen nahm ihn lieber erst mal gar nicht und benötigte einen sehr deutlichen Apportbefehl, bevor er ihn zwar vernünftig apportierte, dieses jedoch mit einer totalen Leidensmine. Direkt die nächste Übung: Fuchs über Hindernis: Vanda überwand das Hindernis mit dem Fuchs an einem Zahn, Hagen hockte entsetzt im Hindernis und schaute ab und zu drüber, ob ich immer noch dort stehe, und meine Erwartungshaltung „Du bringst den Fuchs“ immer noch die gleiche ist… Irgendwann nahm er den Fuchs und flankte über das Hindernis. Kommentare der beiden Herren: „Das wird ja nie was auf der Schleppe“. Wir haben ein paar Mal Fuchsapport mit unterschiedlichen Stinkern in unterschiedlichen Gewichtsklassen geübt – bei 8 kg musste auch Vanda „richtig“ apportieren (nur weil das Fell einriß an nur einem Reißzahn). Beide haben die VGP im ersten Preis bestanden und am nächsten Tag die Bringtreue absolviert – Hagen war nach nicht einmal 3 ½ Minuten mit Fuchs zurück – der eine Drahthaar hat die VGP im 3. Preis bestanden, er hatte den Fuchs auf der Schleppe nicht gebracht, der andere ist durchgefallen…am Wasser.
Also: Lassen Sie sich nicht von dummen Kommentaren entmutigen, es gibt auch eine ganze Menge nette, die sich nicht nur darauf beziehen, wie schön ihr Hund ist...
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